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Trauer braucht eine Adresse

Der Alltag lässt oft keinen Raum für Trauer zu. Wir sind eingebunden in unsere täglichen Pflichten. Wir sind vielleicht abgelenkt oder wir lassen uns ablenken.

Das persönliche Grab auf dem Friedhof ist ein konkreter Platz, auf dem Trauernde ihre Gefühle zulassen und adressieren können. Hier spüren wir trotz des Verlustes eines uns nahestehenden Menschen eine besondere Nähe zu ihm. In dem Moment, wo wir am Grab stehen, sind wir nicht abgelenkt. Es ist auch der Augenblick, wo wir den Verlustschmerz nicht mehr verdrängen können. Da ist kein TV-Gerät, das wir schnell einschalten können oder vielleicht sogar eine Gastronomie, deren Angebot uns zum Vergessen einlädt.

Trauerbewältigung braucht Zuversicht

Der Besuch an dem Grab bietet uns eine unverfälschte Atmosphäre für unsere Emotionen und gibt uns das Gefühl, dass der/die Verstorbene nach wie vor ein Teil unseres Lebens ist. Die menschliche Verbundenheit bleibt lebendig. Am Grab wechseln sich Verlustschmerz, Respekt und Dankbarkeit ab. In der Erinnerung gibt es jedoch auch genug Platz für die schönen, glücklichen und witzigen Momente, die wir mit diesem Menschen erleben durften: Eine Bereicherung, die uns keiner nehmen kann. Und auf dem Friedhof darf auch gelacht werden. Selbstverständlich sollte dabei auf die Gefühle anderer Friedhofsbesucher Rücksicht genommen werden. Das bewusste Gedenken mit all seinen Facetten wird der Trauerbewältigung eine Zuversicht geben.

Rituale der Trauerbewältigung

Jeder Mensch trauert auf seine Weise und muss für sich herausfinden, welcher Weg der Trauerarbeit am besten zu ihm passt. Oft ist es hilfreich, gewisse Rituale auch in der Gemeinschaft zu pflegen: Ein regelmäßiger Besuch mit der Familie oder den Freunden an dem Grab kann dazu beitragen, Trauer besser zu ertragen, weil man sich gegenseitig stützen kann. Der Austausch von Erinnerungen aus den verschiedenen Perspektiven ist dabei auch sehr wichtig. Oft finden menschliche Beziehungen auf diese Art auch eine neue Tiefe oder Dimension. Der Gang zum Grab kann auch mit besonderen Riten verbunden werden wie z. B. Kerzen anzünden,  gemeinsam das Grab schmücken oder einen Gedenkstein setzen. Vielleicht möchten die Angehörigen zum Gedenken danach zusammensitzen.

Der Friedhof bietet den Hinterbliebenen einen authentischen Raum für ihre Trauerbewältigung.

Wann haben Sie zuletzt einen Friedhof besucht?

Die Bedeutung der Friedhöfe in unserem Leben wird oft unterschätzt. Abgesehen von den kulturellen und ökologischen Gesichtspunkten ist der Friedhof jedoch für die Menschen eine ganz wichtige persönliche Adresse. Hier findet Trauerbewältigung statt. Hier gibt es Austausch, Raum für Gefühle, Erinnerungen, Besinnung, Einkehr und Rückzugsmöglichkeiten. Bei einem Gang über den Friedhof und dem Besuch am Grab  entstehen oft die ganz besonderen Momente, die wir im Alltag nicht finden.

Das Grab ist ein Ort der menschlichen Authentizität. Warum? Das erklären wir Ihnen gerne.

Zeichen setzen für die Trauerkultur

Ein Grab, das persönlich gestaltet und in Würde gepflegt wird, stellt für die trauernden Angehörigen einen wichtigen Ort für ihre Trauerbewältigung dar. Jeder Mensch, der für die regelmäßige Pflege und Instandhaltung des Grabes eines Nahestehenden sorgt, hat das gute Gefühl, sich auch weiterhin um den Verstorbenen zu kümmern und ihn/sie zu begleiten.

Der Friedhof ist ein konkreter Ort, der Raum für Trauer bietet. Die Würde eines Menschen lebt auch nach seinem Tod weiter. Am Grab entstehen eine besondere menschliche Nähe und Intimität, die manchmal intensiver sein können, als zu Lebzeiten. Manche finden durch Zwiesprache an der Begräbnisstätte auch Antworten auf ihre Fragen und fühlen sich danach emotional gestärkt und zuversichtlicher.

Der regelmäßige Gang zum Friedhof zeigt den Hinterbliebenen, dass der Verstorbene nach wie vor einen Platz in ihrem Leben hat und sie gerne Zeit mit ihm/ihr verbringen. Für die Trauerarbeit ist das sehr wichtig, denn Trauer braucht ein Zuhause.

Thema: Trauerbewältigung

Trauer leben

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Zuversicht

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Rituale

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