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Bestattungskultur

Antike Bestattungskulturen

Der Tod gehört zum Leben. Daran hat sich nichts geändert und daran wird sich auch nichts ändern. Die Bestattung ist ein Teil unserer Kultur – damals wie heute.

Der chinesische Philosoph Konfuzius beschreibt treffend: „So, wie ein Volk seine Toten verehrt, so offenbart sich seine Seele vor dir.“

Wir möchten Ihnen hier einige antike Bestattungskulturen vorstellen, deren Geschichten und Zeitzeugnisse die Menschen noch heute faszinieren.

Die Bestattungskultur im antiken Ägypten

Dem Totenkult der Ägypter lag der Gedanke zugrunde, dass der Mensch mehr ist als nur ein Körper, nämlich ein Wesen, dessen Seele über den Tod hinaus in einer ähnlichen Welt weiterlebt.

Vor dem Totengericht musste der Verstorbene von seinem Leben berichten und darlegen, dass er ausschließlich Gutes getan hat und ihm keine Sünden vorzuwerfen sind. Nun legt Anubis das Herz des Verstorbenen auf eine Waage und wiegt es gegen eine Feder der Maat, der Göttin der Gerechtigkeit, auf.

Ist das Herz schwerer als die Feder, wird der Verstorbene von einem Krokodil verschlungen. Er ist für immer tot und wird nicht im Jenseits weiterleben.
Bleibt die Waage jedoch im Gleichgewicht, wird der Tote von Horus, der das Anch-Zeichen, den Schlüssel des Lebens, in der Hand hält, zu Osiris geführt. Nun kann der Tote ins Jenseits gehen und dort ein unbeschwertes Leben führen.

Die Ägypter vertraten die Meinung, dass der Mensch mehrere Seelen besitzt. Drei von ihnen spielten eine besondere Rolle: die Ka-Seele, die Ba-Seele und die Ach-Seele.

Unter dem Ka stellte sich der Mensch eine Art Schutzgeist bzw. körperlosen Doppelgänger vor. Er spendet Lebenskraft, begleitet den Menschen auf seinem Lebensweg und gibt ihm auch nach seinem Tode Kraft. Dargestellt wird der Ka durch zwei abgewinkelt erhobene Arme auf dem Kopf der zu beschützenden Person.

Das Ba verkörpert dagegen die unverwechselbaren Charaktereigenschaften eines Menschen, die Persönlichkeit. Meistens wurde diese Seele als Vogel dargestellt, der beim Tode den Körper verlassen konnte, um frei herumzufliegen und jederzeit wieder in den Leichnam zurückzukehren. Dies war natürlich nur dann möglich, wenn der Körper nach dem Tod gut erhalten blieb und nicht durch Verwesung entstellt wurde. Aus diesem Glauben heraus entwickelten die Ägypter den unvergleichlichen Mumienkult.

Die Ach-Seele versinnbildlichte die enge Verbundenheit des Menschen mit dem Jenseits. Nach dem Tod wacht sie über das Grab und den guten Ruf des Verstorbenen und gilt als Rachegeist, für den Fall, dass jemand die Totenruhe stört. Dargestellt wurde die Ach-Seele in der Gestalt des Schopfibis mit dunkel glänzendem Gefieder.

Nach ägyptischer Vorstellung lebten die Verstorbenen im Jenseits so wie zu Lebzeiten.
Wer im Diesseits als Bauer tätig war, übte diesen Beruf auch nach seinem Tode aus. Viele Grabstätten lassen erkennen, wie ernst die Ägypter es mit dem Leben nach dem Tod hielten, indem sie ihre Gräber wie ihre Wohnung gestalteten. Damit es dem Verstorbenen an nichts fehlte, gab es auch hier mehrere Räume, die durch (Schein-)Türen miteinander verbunden waren. Nischen und herrlich bemalte Wände rundeten das Ambiente ab. Zur Versorgung des Toten wurden ihm auch Nahrungsmittel und Spiele zu seiner Unterhaltung mitgegeben.

Eine wichtige Frage zu Lebzeiten der Pharaonen war die Wahl ihrer Totenstätte, ihres Grabes. Es musste ein geeigneter Standort gefunden werden, der genug Platz für ein geräumiges Grab bot und möglichst versteckt lag, um Grabräuber fernzuhalten. Sobald der Standort festgelegt war, fanden Zeremonien statt. Nun konnte die eigentliche Arbeit beginnen. Falls der Pharao vor Beendigung des Grabes starb, wurden die Arbeiten so weit wie möglich bis zum Begräbnis weitergeführt, danach wurde das Grab unvollendet versiegelt.

Aus den Funden im Grab Tutanchamuns wird deutlich, welchen unermesslichen Reichtum die Ägypter ihren Pharaonen mit auf den letzten Weg gaben. Obwohl die meisten Königsgräber bereits in antiker Zeit geplündert wurden, kann man anhand von Wandzeichnung oder Überresten rekonstruieren, welche Grabbeigaben üblich waren.

Die Mumie ruhte in einem Sarg aus vergoldetem Holz oder Edelmetall und war gewöhnlich in ein bis zwei weiteren Särgen eingeschlossen. Hierbei wandelte sich die Sargform von einer hausähnlichen Konstruktion bis zu einer menschlichen Form ab dem Mittleren Reich.
In keinem Grab durften die vier Kanopenkrüge fehlen, die Behälter für Leber, Lunge, Magen und Gedärme. Diese Kanopenkrüge wiederum wurden in einer Kanopentruhe untergebracht. Damit der Tote den Komfort des Diesseits genießen konnte, wurden ihm Unmengen an Alltagsgegenständen mitgegeben. Diese reichten von Kleidern und Parfüms über Geschirr und Nahrung bis zu Spielen und Musikinstrumenten, damit es dem Toten an nichts fehlen würde.
Natürlich fehlte auch das Mobiliar nicht.

Im Laufe der Zeit wurden viele tatsächliche Totenspenden von Figuren abgelöst, den sogenannten Uschebtis. Diese Figürchen standen dem Verstorbenen zur Verfügung und erfüllten die Aufgabe, die sie darstellten, gerade so, als würde es sich hier um Lebewesen handeln. So standen dem Pharao auch im Jenseits Feldarbeiter und Soldaten zur Verfügung.

Die Bestattungskultur im antiken Griechenland

Die Bestattung eines Verstorbenen war die höchste Pflicht der Angehörigen, die Vernachlässigung eine Sünde gegen den Toten, der ohne Beerdigung keinen Einlass in den Hades erlangen konnte, und gegen die Götter der Ober- und Unterwelt.

Man schloss dem Toten die Augen, badete und salbte ihn mit wohlriechenden Salben und hüllte ihn bis zum Kinn in Leinentücher. Den Kopf schmückte man mit einem Kranz. Dann bahrte man die Leiche öffentlich auf, in Athen im Trauerhause, an anderen Orten vor den Türen. Klagende Frauen umgaben unter leidenschaftlichen Äußerungen der Trauer den Leichnam.

In einem feierlichen Zug, dem Flötenspielerinnen vorangingen, wurde der Tote am dritten Tag durch die Straßen getragen, Wagen und Gruppen zu Fuß folgten dem prunkvollen Leichenwagen. Sowohl die Erdbestattung als auch die Leichenverbrennung waren üblich, Letztere erfolgte direkt im Grab oder auf besonderen Brandplätzen. Die Asche wurde in einer Urne beigesetzt. Bei Erdbestattungen wurden die Leichen – je nach Vermögen – in Särge aus Ziegelplatten oder Holz oder in Sarkophage aus Marmor gebettet. Die reichlichen Grabbeigaben bestanden aus kleinen Götterbildern, Menschen- oder Tierfigürchen, Trinkgefäßen, Waffen, Hausgeräten; verstorbene Frauen erhielten Spiegel, Schmuckkästchen, Parfüm- und Ölfläschchen, verstorbene Kinder Spielzeug, Sieger in Wettkämpfen ihre Siegestrophäen. Erst in späteren Zeiten legte man den Toten eine Münze zwischen die Zähne als Fahrgeld für Charon, den Fährmann, der die Toten über den Fluss Styx in den Hades übersetzte.

Die Friedhöfe lagen draußen bei den Stadttoren. Am Grab brachte man Opfer von Stieren und anderen Tieren dar. Die Erde und das Grab tränkte man mit Wein und dem Öl, mit dem man den Toten gesalbt hatte; dieses Öl wurde in einhenkligen Kännchen, den sogenannten Lekythen, aufbewahrt, die ausschließlich für den Totenkult verwendet wurden. Vor dem Grabhügel standen die Grabdenkmäler: lebensgroße Statuen oder schmale Stelen (steinerne Pfeiler mit Relieffiguren).

Auf den berühmten attischen Grabreliefs ist der Verstorbene entweder allein oder in harmonischem Zusammensein mit seinen Angehörigen dargestellt. Anrührend sind Abschiedsschmerz und Trauer durch die geneigten Köpfe, durch die Körperhaltung und die Gestik ausgedrückt. Auch prunkvolle monumentale Vasen wurden als Schmuck der Gräber verwendet; von den Darstellungen auf diesen Gefäßen wird uns ein genaues Bild der alten griechischen Bestattungssitten vermittelt.

Nach dem Abschied von dem Toten wurde im Trauerhaus das Leichenmahl abgehalten, nachdem das Haus und seine Bewohner einer sühnenden Reinigung unterzogen worden waren.

Die Gebeine der in der Schlacht Gefallenen wurden gesammelt und am Ende des Jahres auf dem Staatsfriedhof Kerameikos außerhalb der Befestigungsmauern im Nordwesten Athens beigesetzt, wobei ein vom Volk erwählter bedeutender Bürger die Leichenrede hielt. Für jene Toten, deren Leichname nicht gefunden werden konnten, wie z. B. die, die im Meer ertrunken waren, errichtete man leere Grabmäler, die sogenannten Kenotaphien.

Die bei den Römern übliche Bestattung entlang der großen Straßen – noch heute bewundern wir prunkvolle Mausoleen entlang der Via Appia im Süden Roms – war auch teilweise den Griechen geläufig.

Die Bestattungskultur im antiken Rom

Julius Caesar 100 – 44 vor Christus

Römischer Feldherr und Staatsmann aus dem Adelsgeschlecht der Julier, der am 15. März 44 v. Chr. Opfer einer Verschwörung wurde. Mit Pompeius und Crassus schloss er 60 v. Chr. das 1. Triumvirat, das ihnen die Leitung des römischen Staates für einige Jahre sicherte. Seit 59 Konsul, unterwarf er Gallien und unternahm Vorstöße über den Rhein und nach Britannien. Er besiegte das ägyptische Heer und übergab das Land unter römischer Oberhoheit der Königin Kleopatra. Seitdem war er Alleinherrscher Roms als Imperator und Diktator auf Lebenszeit.

ROM

Die Wappenfarben der ewigen Stadt sind Orange und Dunkelrot.

Der Legende nach wurde Rom im Jahre 753 v. Chr. von Romulus gegründet, der nach seiner Geburt mit seinem Zwillingsbruder Remus ausgesetzt und von einer Wölfin aufgezogen wurde. Romulus erschlug im Streit seinen Bruder.
Rom ist die Bischofsstadt des Papstes, der der Mittelpunkt des katholischen Christentums ist, und eines der ältesten und bedeutendsten Kulturzentren der Welt. Rom entstand auf den berühmten sieben Hügeln: Palatin, Capitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius und Aventin. Als Reste des antiken Roms können heute unzählige Ausgrabungen besichtigt werden, z. B. das Kolosseum, die Kaiserpaläste auf dem Palatin etc.

Bestattungen im antiken Rom

Soweit es sich nachweisen lässt, war die Verbrennung die älteste Bestattungsform, jedoch kennt man auch sehr frühes Begraben aus Rom, wo das Zwölftafelgesetz (450 v. Chr.) beide Sitten nebeneinander zuließ. Alte Adelsgeschlechter, wie beispielsweise die Cornelier, sind nie von der Sitte der Erdbestattung abgekommen, obwohl im ersten vorchristlichen und auch im ersten nachchristlichen Jahrhundert allgemein verbrannt wurde. Ab dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert wurde dann im Zuge des Erstarkens des Christentums das Begraben allgemeingültige Bestattungsform, wovon eine Vielzahl von beeindruckenden, herrlich bildhauerisch geschmückten Sarkophagen Zeugnis ablegt.

Antike Bestattungen – teurer als heute

Großer Luxus wurde entfaltet für Leichenwagen, Leichensänften und die großartigen Leichenzüge, bei denen berühmte Schauspieler engagiert wurden, um mit den Totenmasken der Vorfahren die POMPAE anzuführen, um die genealogische Bedeutung der Familie zu demonstrieren und dem jüngst Verstorbenen alle Ehren zu erweisen. Zeitgenössische namhafte Dichter wurden mit dem Abfassen individueller Ruhmesgesänge beauftragt, Künstler gestalteten die Grabmale, bekannte Rhetoriker unterstützten den erstgeborenen Sohn bei der Grabrede und allen Formalitäten. Aufwendige Leichenfeiern und immer wiederholte Totenessen waren unverzichtbar, von Sarkophagen, Urnen, Grabsteinen, Mausoleen, Grabbeigaben, Schmuck und vielfältigster Dekoration ganz zu schweigen.

Ad catacumbas

Anders als uns die „Sandalen-Filme“ vermitteln, dienten römische Katakomben ausschließlich als unterirdische, ins weiche Tuffgestein getriebene Begräbnisstätten im Etagen-Nischen-Format, nicht als Zufluchtsstätten der vom römisch-kaiserlichen Staatswesen verfolgten Frühchristen. Wenn sich Lebende dort versammelten, dann allein zum Zweck von rituellen Totenmählern (Triclien).

Die Basilika San Sebastiano, vor den Toren Roms an der antiken Via Appia gelegen, war als Pilgerkirche immer ein beachtetes Ziel und ist interessant, weil der Name dieser geografischen Talsenke in der Antike „ad catacumbas“ lautete und dem gesamten Begriff unterirdischer Friedhöfe den Namen gegeben hat. Mit großer Pietät, aber auch strengen gesetzlichen Regelungen mussten Tote außerhalb der Stadtmauern (fuori le mura!) bestattet werden. „Die in der Antike übliche Fürsorge für die Bestattung der Angehörigen im weitesten Sinn (familia/clienti), die christliche Armenfürsorge und die gemeinsame Auferstehungshoffnung veranlassten seit der Wende zum 3. Jh. die Anlage gemeinsamer Begräbnisplätze, zunächst durch einzelne Stifter, später auch durch die christliche Gemeinde. Dabei setzte sich im Laufe des 3. Jahrhunderts die Absonderung der christlichen von den heidnischen Begräbnisplätzen durch.“ (Erwin Gatz)

SPQR

 „Senatus Populusque Romanus“ - Der Senat und das römische Volk

Diese Abkürzung steht seit über 2500 Jahren auf allem, was mit der Stadt Rom zu tun hat. Heutzutage ist diese Abkürzung zum Beispiel auf Kanaldeckeln, der Kleidung der Stadtreinigung und städtischen Gebäuden zu finden.

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